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Auslagerung schadet allen Beschäftigten

"Auslagerung schadet allen Beschäftigten!"

Auslagerung

© Tim Harbusch/Fotolia

 

Das Werkvertragsprojekt der IG Metall im Bezirk Mitte startet in diesem Jahr in die heiße Phase. In Homburg-Saarpfalz, einer von drei Projekt-Verwaltungsstellen, unterstützen Lee Hirschel und Benjamin Krimmling  das Projekt. Wir haben mit ihnen gesprochen.
 

 

Sind Werkverträge die neue Leiharbeit?

Hirschel: Nicht alle Werkverträge sind ein Problem. Aber seit der Missbrauch von Leiharbeit in der Industrie etwas eingedämmt ist, haben wir schon den Eindruck, dass sich das Problem zu den Werkverträgen verlagert.
Krimmling: Werkverträge sind sehr vielfältig. Im Kern geht es um die Vergabe von Tätigkeiten, die früher im eigenen Unternehmen erbracht worden sind. Diese Tätigkeiten werden dann an andere Unternehmen oder an Selbstständige vergeben. Das Spektrum reicht von der Betriebskantine über Logistik bis hin zu hoch spezialisierten Ingenieursdienstleistungen. Die Situation der Beschäftigten ist dabei je nach Tätigkeit eine völlig andere. Doch eins haben nahezu alle Beschäftigen in Werkverträgen gemeinsam: Ihre Arbeitsbedingungen sind deutlich schlechter als die der Stammbelegschaft. Das liegt in erster Linie daran, dass die Kollegen oft gar nicht oder nur schlecht in der IG Metall organisiert sind. Dies wollen wir ändern!

 

 

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Lee Hirschel (links) und Benjamin Krimmling (rechts) 

 

Wie ist Situation in Homburg-Saarpfalz?

Krimmling: Allein in Homburg-Saarpfalz wurden in den letzten Jahren mehr als 1000 Stammarbeitsplätze durch Werkverträge ersetzt. Und das sind nur die, von denen wir wissen. Die Auslagerung passiert schleichend und an Betriebsräten vorbei – das ist das Gefährliche.

 

Was genau ist an der Zunahme von Werkverträgen so gefährlich?

Krimmling: Wenn es immer weniger Stammbeschäftigte gibt, die tatsächlich beim Stammbetrieb eingestellt sind, dann ist in mehrerer Hinsicht problematisch: Zunächst einmal fallen die Beschäftigten aus dem Zuständigkeitsbereich des Betriebsrats und aus dem Geltungsbereich der Tarifverträge der IG Metall raus. Das ist nicht nur schlecht für sie selbst, sondern schadet auch den verbliebenen Stammbeschäftigten und Betriebsräten. Es ist zum Beispiel viel schwieriger bei Tarifverhandlungen genügend Druck auf die Arbeitgeber auszuüben.

Hirschel: Auch für den Betrieb und die Region kann das zum Problem werden, weil Kompetenzen und Know-how verloren gehen.

 

Was plant Ihr, um die Situation bei Werkverträgen zu verbessern?

Hirschel: Die erste Analyse, in welchen Betrieben Werkverträge eine Rolle spielen, ist abgeschlossen. Jetzt sind wir dabei, uns mit Betriebsräten und Vertrauensleuten aus unseren Betrieben auszutauschen. Uns ist wichtig, dass wir ein gemeinsames Vorgehen entwickeln.

Krimmling: Vor allem wollen wir die Werkvertragsbeschäftigten mit einbeziehen. Nur gemeinsam können wir für bessere Arbeitsbedingungen sorgen. Damit wir wissen, wo der Schuh drückt, brauchen wir Informationen. Deshalb ist es wichtig, dass diese Kolleginnen und Kollegen Kontakt zu uns aufnehmen und sich vor allem in der IG Metall organisieren.

 

Quelle: metallzeitung Februar 2015

 

 

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