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Daimler-Betriebsratschef: Werkverträge streng reglementieren!

Daimler-Betriebsratschef: Werkverträge streng reglementieren!

Michael Brecht ist seit April Gesamtbetriebsratsvorsitzender der Daimler AG. Im Interview mit dem Handelsblatt bezieht er deutlich Position: Beim Thema Werkverträge brauchen wir klare, politische Regeln.

 
Michael Brecht

© Bildrechte: IG Metall

Michael Brecht, Gesamtbetriebsratsvorsitzender der Daimler AG

 

Klare gesetzliche Regeln beim Einsatz von Werkverträgen fordert der neue Gesamtbetriebsratsvorsitzende der Daimler AG. „Wenn ich könnte, wie ich wollte, würde ich Werkverträge streng reglementieren“, sagte Betriebsratschef Michael Brecht in einem Interview mit dem Handelsblatt. „Menschen brauchen Planbarkeit in ihrem Berufsleben, da haben wir gesellschaftspolitische Verantwortung. Aber als Betriebsrat fehlt uns der Hebel in diesem Bereich. Die Politik muss eingreifen.“ Brecht warnt davor, den Wettbewerb zwischen Unternehmen über Löhne und prekäre Beschäftigungsverhältnisse auszutragen. Das sei wirtschaftlich nicht sinnvoll und gesellschaftspolitisch nicht tragbar. „Deshalb bleibe ich dabei: Wir brauchen politische Regeln und Mindestlöhne, wie es sie in anderen Ländern gibt.“

 

Gemeinsam gegen prekäre Beschäftigung

Allein auf den Gesetzgeber will sich Brecht aber nicht verlassen. Er fordert die Beschäftigten auf, sich gemeinsam – über Unternehmensgrenzen hinweg – für sichere und faire Arbeitsverhältnisse stark zu machen. „Nutzen andere die Zeitarbeit und Werkverträge stärker als wir, ist das leider ein Nachteil im Wettbewerb für Daimler. Deshalb müssen wir uns auf Arbeitnehmerseite über die Unternehmen hinweg koordinieren und gemeinsam gegen prekäre Beschäftigung vorgehen."

 

Michael Brecht wurde im April zum Vorsitzenden des Gesamtbetriebsrats der Daimler AG gewählt. Er folgte auf Erich Klemm, der nach 15 Jahren Vorsitz im Gesamtbetriebsrat nicht mehr kandidierte.

 

Das Thema Werkverträge wird bei Daimler schon lange heiß diskutiert. Im Herbst 2013 waren Verhandlungen über eine Sozialcharta zum Umgang mit Werk- und Dienstverträgen gescheitert, weil der Vorstand der Daimler AG die Anwendung von Tarifverträgen nicht als sozialen Mindeststandard akzeptieren wollte.

 

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