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Industrieofenbauer Loewe

Auch über Werkvertrag ist saubere Arbeit möglich

Der Industrieofenbauer Loewe arbeitet als Dienstleister für das Stahlwerk von Thyssen-Krupp in Duisburg – mit Betriebsrat, Tarif und guten Löhnen.

 

 

© Thomas Range

Beschäftigte von Loewe mauern einen Ofen im Thyssen-Krupp-Stahlwerk feuerfest aus.

 
 

Mit dem Presslufthammer zertrümmern die Beschäftigten des Industrieofenbauers Loewe die meterdicke steinharte Schlacke an den Wänden und Rohren des Hochofens. Dann mauern sie die feuerfeste Auskleidung des Ofens neu. Dabei müssen sie sehr sorgfältig arbeiten. Das Mauerwerk darf keine undichte Stelle haben, sonst tritt Hitze aus und der Ofen muss wieder abgeschaltet werden.

Alle ein bis zwei Monate ist jeder Ofen im Stahlwerk von Thyssen-Krupp in Duisburg fällig. Seit 50 Jahren erhält Loewe dazu Aufträge von Thyssen-Krupp: per Werkvertrag – aber mit Betriebsrat, strengen Arbeitsschutzregeln und Löhnen nach dem Bautarif von mindestens 17,07 Euro.

Unter schwarzen Schafen

Doch viele andere der fast 1000 Fremdfirmen, die täglich über Werkverträge für Thyssen-Krupp im Stahlwerk arbeiten, haben weder Betriebsrat noch Tarifvertrag. Dadurch  können sie bei Ausschreibungen von Aufträgen die fairen Firmen unterbieten. Die Zeche zahlen die Beschäftigten: Einige haben keine Schutzausrüstung. Andere schieben Doppelschichten in zwei unterschiedlichen Werken.

Eine zentrale Frage ist, nach welchen Kriterien die Auftraggeber die Werkverträge vergeben. Meist erhält einfach der billigste Anbieter den Zuschlag. Immerhin: Bei Thyssen-Krupp Steel ändert sich das gerade. Die IG Metall und der Betriebsrat helfen den Beschäftigten bei Werkvertragsfirmen, Tarifverträge durchzusetzen. Das Unternehmen hat ein Management für Nachunternehmen aufgebaut, das die Einhaltung von Mindeststandards bei den Werkvertragsfirmen kontrolliert.

Auch der Subunternehmer Loewe selbst hat seit rund zwei Jahren ein Nachunternehmermanagement. Firmen, an die Loewe Arbeit weiterreicht, müssen die gleichen Arbeitsschutzregeln anwenden und mindestens den gleichen Tarif zahlen.

Ein Gesetz gegen den Missbrauch von Werkverträgen, wie von Union und SPD im Koalitionsvertrag versprochen, würde helfen: den sauberen Firmen wie Loewe und ihren Beschäftigten, aber auch den Beschäftigten bei den unfairen Firmen, die dann endlich die Chance auf faire und saubere Arbeit bekommen. Im Sommer soll es endlich so weit sein: Dann soll das Gesetz in den Bundestag gehen.

 

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