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Ingenieursdienstleister Elan-Au

Ingenieursdienstleister Elan-Ausy - besser mit Betriebsrat

Bei dem Hamburger Ingenieursdienstleister Elan-Ausy waren Betriebsrat und Gewerkschaft am Anfang kein Thema. Doch dann fuhr der Hauptauftraggeber Airbus die Aufträge zurück und es wurde ungemütlich: Kurzarbeit und betriebsbedingte Kündigungen folgten. Seitdem hat sich die Stimmung bei den Elan-Ausy-Ingenieuren gedreht. 

 

 

 
 
 

Am Anfang glaubte Andreas Engel, dass er niemanden braucht, keinen Betriebsrat und keine Gewerkschaft. Der 53-Jährige hatte Physik studiert und als Ingenieur Erfahrungen gesammelt. Jetzt hatte er einen guten Job bei Elan-Ausy in Hamburg, einem Ingenieursdienstleister. Rund 180 Menschen arbeiteten hier hauptsächlich Aufträge von Airbus ab. Was sollte schon groß passieren, dachte Andreas Engel. Das war 2006.

Mittlerweile weiß Engel, was alles passieren kann. Er weiß, dass es Situationen gibt, in denen man Verbündete braucht. 2009 fing es an, Airbus vergab weniger Aufträge - und dann, ehe sich die Belegschaft sortieren konnte, machten sie Kurzarbeit. "Plötzlich war uns klar, dass es ungemütlich wird", sagt Engel.
 

Nach dem Schock folgte der Stimmungswechsel

2009 gründeten sie bei Elan-Ausy einen Betriebsrat; seit zwei Jahren ist Engel Betriebsratsvorsitzender. Die Reaktionen vieler Kollegen blieben allerdings weiter verhalten. "Die meisten sind überzeugt, dass beruflicher Erfolg zuallererst von ihnen abhängt", sagt Engel, "es war für sie unvorstellbar, ausgemustert zu werden."

Genau das geschah im vergangenen Jahr. Airbus hatte seine Aufträge immer weiter zurückgefahren, Engels Betrieb, der auf rund 400 Beschäftigte gewachsen war, entschloss sich zu einem drastischen Schritt. Es gab betriebsbedingte Kündigungen. "Rund 80 Kolleginnen und Kollegen wurden entlassen", sagt Engel. "Für alle war das ein riesiger Schock."

Seitdem, das spürt Engel, hat sich die Stimmung gedreht. Kollegen, die vorher von Betriebsratsarbeit nichts wissen wollten, sind nun aufgeschlossen und interessiert. "Viele haben ihr Grundvertrauen verloren", sagt Engel, "den Glauben daran, dass sie alles allein meistern können." Das bedeute nicht, dass die Kollegen ihm die Tür einrennen, dass er einen Mitgliedsantrag nach dem anderen verteilt. "Es ist weiterhin viel Überzeugungsarbeit notwendig", sagt Engel. "Aber wir erreichen die Kollegen jetzt besser." 

 

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