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Mercedes-Benz Mannheim

Logistik: Grundstein für bessere Arbeitsbedingungen gelegt

Mercedes-Benz in Mannheim hat einen Großteil seiner Logistik an das Unternehmen Transco ausgelagert. Die IG Metall hat nun eine Vereinbarung mit dem Dienstleister geschlossen - und so erste Voraussetzungen für bessere Arbeitsbedingungen geschaffen. 

 

 
 
 

Abarbeiten von abgegrenzten Spezialaufträgen? Nein, damit hat das, was bei Mercedes-Benz in Mannheim geschehen ist, nichts zu tun. Sondern einzig und allein damit, Kosten zu sparen und Mitbestimmung zu umgehen: Seit August ist ein Großteil der Logistik des Motorenwerkes ausgelagert und per Werkvertrag an das Unternehmen Transco vergeben worden. Im Frühjahr 2016 sollen weitere Teile der bisher von Daimler betriebenen Logistik außerhalb des Werksgeländes folgen. Insgesamt sind 300 Beschäftigte betroffen.
 

Lohnniveau um die Hälfte unter dem der Stammbelegschaft

Rund 100 Stammbeschäftigte mussten ihren Arbeitsplatz bereits räumen und eine andere Stelle im Unternehmen antreten. Transco besetzt diese Stellen nun selbst. Darüber hinaus wandern bis zu 50 derzeit noch bei Daimler angesiedelte Leiharbeitsplätze zu Transco. Zu deutlich schlechteren Bedingungen, sagt Reinhold Götz, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Mannheim: "Uns lagen zu Anfang Arbeitsverträge von Transco vor, bei denen das Lohnniveau um ein Drittel unter dem der bisherigen Leiharbeitnehmer lag und um die Hälfte unter dem der Stammbeschäftigten. Und das Ganze bei fünf Stunden längerer Wochenarbeitszeit und drei Tagen weniger Urlaub im Jahr."

Erst auf Druck der IG Metall führte Transco Logistiktarifverträge ein - allerdings liegen diese rund 50 Prozent unterhalb der Konditionen, die für entsprechende Tarife in der Metall- und Elektroindustrie gelten. Die Kolleginnen und Kollegen bei Transco werden aber nicht nur schlecht ­bezahlt, sie sind auch ohne den Schutz von Betriebsräten.
 

Transco verpflichtet sich zu Tarifverhandlungen

Gegen gewerkschaftlichen Einfluss wehrte sich das Unternehmen anfangs. "Bewerber wurden im Einstellungs­gespräch gefragt, ob sie in der Gewerkschaft sind", sagt Reinhold Götz. Mittlerweile haben IG Metall und Transco eine Verein­barung geschlossen. Transco verpflichtet sich dafür zu sorgen, dass bei Einstellungsgesprächen nicht nach Gewerkschaftszugehörigkeit gefragt wird und sagt für den Fall, dass Betriebsratswahlen eingeleitet werden, zu, allen gesetzlichen Pflichten nachzu­kommen. Zudem verpflichtet sich Transco mit der IG Metall Tarifverhandlungen bis Ende des Jahres aufzunehmen. Dazu erhalten die Beschäftigten schon vorab eine Einmalzahlung von 400 Euro. "Mit den Eckpunkten legen wir den Grundstein für tarifliche Vereinbarungen und bessere Arbeitsbedingungen", sagt Reinhold Götz. "Ziel ist, deutlich bessere tarifliche ­Regelungen für die Transco-Beschäftigten zu vereinbaren als sie in der Logistik-Branche allgemein gelten."
 

Das Geschäfts­gebaren von Transco ist kein Einzelfall. Unsichere Arbeitsverhältnisse mit schlechten Konditionen nehmen massiv zu - vor allem durch den Missbrauch von Werkverträgen und Leiharbeit. Beides hat seinen Platz, aber beides ist nicht dazu gedacht, Kernaufgaben eines Unternehmens zu Billigkonditionen auszugliedern. Wo Werkverträge missbraucht werden, macht die IG Metall Druck: im Betrieb und mit einer öffentlichen Kampagne.

 

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