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Reichhart und Eberspächer

Zwei Teams, ein Ziel, gemeinsam stark

Zwei Betriebe, eine Adresse, ungleiche Bedingungen – damit soll jetzt Schluss sein. Gute Arbeitsbedingungen für alle: Dafür haben sich in Wilsdruff die Metallerinnen und Metaller des Automobilzulieferers Eberspächer und seines Werkvertragslogistikers Reichhart zusammengeschlossen. Während Eberspächer tarifgebunden ist und einen Betriebsrat hat, wurden die Arbeitsbedingungen bei Reichhart bislang eher einseitig festgelegt.

 

© IG Metall

Gemeinsam stark: Die Metaller und Metallerinnen von Eberspächer und Reichert

 
 

An einem Wochenende Anfang 2015 reichte es Thomas Rühle. Er wurde verdonnert, an einem Lehrgang für Staplerfahrer teilzunehmen, obwohl er eigentlich frei hatte. Das sollte künftig alle Vierteljahre so sein. Ohne Vergütung. Das war eben so beim Logistiker Reichhart in Wilsdruff bei Dresden.

 

Recht auf Betriebsrat durchgesetzt

„Da haben wir beschlossen, in die Gewerkschaft einzutreten“, sagt Rühle. Der Standortleiter hielt zunächst dagegen: Die IG Metall wäre hier gar nicht zuständig. Paul Rothe von der IG Metall Dresden klärte ihn auf: „Zuständig sind wir dann, wenn Menschen sich bei uns organisieren. Und wenn sie, so wie hier, einen Betriebsrat wollen, dann kriegen sie den auch.“ Im Juli 2015 fand die erste Betriebsratswahl statt. „Unser Chef lernt nun, dass es hier anders geworden ist“, sagt Rühle, der heute Mitglied des Betriebsrats ist. Die erste Betriebsvereinbarung soll unter anderem die bezahlte Freistellung bei beruflicher Weiterbildung regeln.

 

Gemeinsam stark

Beide Betriebsratsgremien wissen: „Wir müssen zusammenarbeiten.“ Das Kennenlernen organisiert die IG Metall. Unterstützung gibt es hierbei auch vom Bildungszentrum Berlin Pichelssee, welches die Betriebsräte für ihre Aufgaben fit macht. So finden zum Beispiel die Betriebsratsseminare zeitgleich statt. Und während sich die einen die Grundlagen der Betriebsratsarbeit aneignen, arbeiten die anderen bereits an ihrer betrieblichen Eingruppierung. Nach Seminarschluss ist viel Raum für Austausch und Vernetzung. Ein Zusammenhalt mit innerer Logik: Während Eberspächer mit circa 300 Festangestellten Abgasanlagen für Nutzfahrzeuge produziert, sorgt Reichhart seit der Ausgliederung der Logistik mit 63 Leuten komplett für den Warenein- und -ausgang.

 

Tarifbindung erstritten

Bei Eberspächer gilt seit Februar 2015 eine Tarifbindung mit vereinbarter Heranführung an den Flächentarif. Derzeit wird die Eingruppierung nach dem ERA-System verhandelt, das Ende 2015 eingeführt werden soll. Der Eberspächer-Betriebsratsvorsitzende Hannes Trabandt ist stolz auf die Tarifbindung, die Belegschaft und IG Metall erstritten haben: „Vor allem die Differenzen im Angestelltenbereich, die aktuell bei bis zu 1000 Euro liegen, werden im Zuge der ERA-Eingruppierung ausgeglichen. Solche enormen Unterschiede in der Bezahlung entstehen halt, wenn jeder sein  Gehalt mit dem Chef allein aushandeln muss.“ Mit Blick auf die Reichhart-Beschäftigten sieht er aber auch, welche Probleme durch Dumping entstehen können. „Die Kollegen bei Reichhart bekommen monatlich 800 bis 1200 Euro weniger als unsere Leute in der Produktion“, sagt Trabandt. Eine Konkurrenzsituation, die die eigenen Errungenschaften auch mal in Frage stellen könnte.

 

„Wir lassen uns nicht spalten“

„Tarifbezahlung wollen wir auch“, sagt Nicole Matthes, Betriebsratsvorsitzende bei Reichhart. Von den „Eberspächern“ weiß sie, worauf sie sich einlassen. Doch ihr ist nicht bange: „Wir sind gut vernetzt. Man kann uns nicht mehr spalten.“ Auf diese Weise schaffen zwei „Kleine“ zusammen, was sonst eher große Belegschaften durchsetzen.

 

Quelle: Metallzeitung

 

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