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Tarifvertrag Ceva

CEVA: VW-Logistiker erkämpfen Tarifvertrag

Werkverträge an Kontraktlogistiker vergeben und so die Löhne drücken: Das ist ein beliebtes Vorgehen in der Automobilindustrie. In Wolfsburg haben Beschäftigte nun gezeigt, wie man diese Dumping-Strategie stoppt. 

 

© IG Metall

Erfolgreich Druck gemacht: Warnstreik der CEVA-Beschäftigten

 
 

Sie haben gekämpft - und sie haben gewonnen: Rund 450 Beschäftigte beim Kontraktlogistiker CEVA Logistics erhalten ab kommendem Jahr mehr Geld und müssen zudem kürzer arbeiten. Die IG Metall hat bei dem Unternehmen einen Tarifabschluss erzielt.

Die Eckpunkte: Ab 1. Januar 2016 beträgt die wöchentliche Arbeitszeit der Logistiker 37,5 Stunden, bisher lag sie bei 39 Stunden. Die Stundenentgelte steigen zum selben Stichtag um 15,05 Prozent und ab 1. Januar 2017 um weitere 2,5 Prozent. Damit erhält ein CEVA-Logistiker ab Januar 12 Euro pro Stunde. Bislang lag das Entgelt nur bei knapp über zehn Euro.

Die Tarifbedingungen werden schrittweise an die der VW-Tochter AutoVision herangeführt. Zum Januar 2018 endet diese Phase. Danach gelten grundsätzlich die tariflichen Bedingungen der AutoVision.

"Es waren ausgesprochen schwierige Verhandlungen, die zeitweise von der Unternehmensseite abgebrochen wurden", sagt Thilo Reusch, Bezirkssekretär bei der IG Metall Niedersachsen/Sachsen-Anhalt. "Der Tarifabschluss ist ein voller Erfolg, an dem sich andere Kontraktlogistiker im IG Metall-Bezirk Niedersachsen und Sachsen-Anhalt ein Beispiel nehmen sollten."

 

Abschluss mit Signalwirkung

Der Abschluss hat auch bundesweit Signalwirkung. Der Bereich der Kontraktlogistik wächst. Vielen Belegschaften geht es dabei so wie den CEVA- Beschäftigten: Sie arbeiten Seite an Seite mit den Stammbelegschaften, verdienen aber deutlich weniger. CEVA ist in Wolfsburg auf dem VW-Werksgelände und in einem Logistikzentrum in Hattorf tätig. Die Kontraktlogistiker verteilen Autoteile im Werk und montieren sie vor.

Die IG Metall will die Spaltung von Belegschaften unterbinden. Seit Jahresbeginn hat sie in zahlreichen Kontraktlogistik-Firmen Haustarife abgeschlossen und mehrere Tausend neue Mitglieder in dem Bereich gewonnen.

Eine viel beachtete Übereinkunft gibt es bei BMW: der Autobauer hat erklärt, Werkverträge nur noch an Unternehmen zu vergeben, die einen Tarifvertrag mit der IG Metall haben.

 

Entschlossener Widerstand

Der Fall CEVA-Logistic zeigt, dass solche Erfolge nur möglich sind wenn die Beschäftigen sich organisieren und entschlossen handeln. Bei CEVA gab es mehrere, zähe Verhandlungsrunden. Im November kam es zum Warnstreik. Das war entscheidend: Die CEVA-Manager sahen, dass die Beschäftigten den Betrieb lahmlegen können.

Hartwig Erb, Erster Bevollmächtigter der IG Metall-Verwaltungsstelle Wolfsburg, hat die Verhandlungen bei CEVA hautnah miterlebt. Sein Fazit: "Das Ergebnis haben die Beschäftigten hart erkämpft. Der Druck der gesamten Belegschaft hat das Unternehmen schließlich zum Einlenken bewegt."

 

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