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Tarifvertrag Schnellecke

Schnellecke: BMW-Kontraktlogistiker holen Tarif

Die Beschäftigten des Kontraktlogistikers Schnellecke bei BMW in Dingolfing haben sich ihren Tarif geholt: Sie erhalten ab sofort ein Grundentgelt nach Metalltarif: mindestens  2236 Euro im Monat. Auch die Leiharbeiter profitieren. Ehrenamtliche IG Metall-Vertrauensleute von BMW haben gemeinsam mit der IG Metall Landshut die Schnellecke-Beschäftigten organisiert und Tarifverhandlungen eingeleitet.

 

© IG Metall

Im Einsatz gegen den Missbrauch von Werkverträgen: Beschäftigte des BMW-Werks Dingolfing beim Aktionstag der IG Metall

 
 

Mindestens 2236 Euro im Monat: Ab sofort erhalten die Beschäftigten des Kontraktlogistikers Schnellecke bei BMW in Dingolfing ein Grundentgelt nach dem Tarif der Metallindustrie Bayern.

Ihren Tarifabschluss haben sich die Schnellecke-Beschäftigten gemeinsam mit der IG Metall geholt. Viele von ihnen haben nun gut 500 Euro mehr als bisher. Das alles war möglich, weil in den letzten Monaten 200 der rund 380 Schnellecke-Beschäftigten in die IG Metall eingetreten sind. Sie wählten zunächst einen Betriebsrat – und forderten dann gemeinsam mit der IG Metall die Geschäftsleitung zu Tarifverhandlungen auf.

Neben mehr Grundentgelt bringt der Tarifabschluss den Schnellecke-Beschäftigten mehr Weihnachtsgeld, Zuschläge für Mehrarbeit, Nachtarbeit und Wochenenden sowie eine LeistungszuIage von durchschnittlich 6 Prozent. Zudem sinkt die Arbeitszeit von derzeit 40 Stunden bis 2018 schrittweise auf 37,5 Stunden in der Woche – bei vollem Lohnausgleich. Auch der der Urlaub steigt von 27 auf 30 Tage. Und Azubis werden unbefristet übernommen.

Die Beschäftigten von Schnellecke kommissionieren und sequenzieren Teile für die BMW-Montagelinien. Die Basis für den Auftrag ist ein Werkvertrag zwischen BMW und Schnellecke.

 

Auch Leiharbeiter profitieren – wegweisend in der Kontraktlogistik

Auch die Leiharbeiter bei Schnellecke profitieren vom Tarifabschluss – mit einem eigenen Tarifvertrag: Sie erhalten mindestens 10,50 Euro in der Stunde – statt wie bisher 8,80 Euro nach dem Leiharbeits-Tarif. Der Anteil der Leiharbeiter wird zudem auf maximal 20 Prozent im Jahresdurchschnitt begrenzt. Bei Überschreitung der 20 Prozent-Marke muss Schnellecke Leiharbeiter fest übernehmen.

Damit ist der Tarifabschluss bei Schnellecke wegweisend in der Kontraktlogistik: Er schließt auch die Leiharbeiter ein, die oftmals einen Großteil der Beschäftigten bei Kontraktlogistikern ausmachen.

 

IG Metall-Vertrauensleute bei BMW als Wegbereiter

Auch das ist besonders bei Schnellecke in Dingolfing: Die Initiatoren und Antreiber waren ehrenamtliche Vertrauensleute der IG Metall bei BMW. Sie kamen zu den Schnellecke-Beschäftigten, führten Gespräche, gewannen sie als Mitglieder der IG Metall und organisierten Mitgliederversammlungen.

„Das Organisieren von Beschäftigten bei Dienstleistern im Werk ist für von außen kommende Gewerkschaftssekretäre schwierig, daher hat die IG Metall Landshut uns damit beauftragt“, erklärt Thomas Zitzelsberger, Betriebsrat und Leiter des IG Metall-Vertrauenskörpers bei BMW Dingolfing. „Aber auch für uns war es anfangs schwer. Beim ersten Mal wollte mich die Schnellecke-Geschäftsleitung noch vom Platz verweisen.“

Nach den Betriebsratswahlen im März letzten Jahres forderten Zitzelsberger und seine Kollegen im Sommer die Schnellecke-Geschäftsführung zu Tarifverhandlungen mit der IG Metall auf.

 

Anbindung an den Metalltarif – mehr für die Zukunft

Die Löhne der Beschäftigten bei Schnellecke im BMW-Werk Dingolfing steigen auch in Zukunft weiter - das ist sicher: Ihre Entgelte sind tariflich an den Metalltarif Bayern angebunden. Damit erhalten sie künftig auch die vollen Tariferhöhungen der Metall- und Elektroindustrie.

Und auch die Leiharbeiter bekommen mehr Geld. Ab 1. Januar 2017 gibt es mindestens 11,44 Euro – ein Plus von 9 Prozent.

Ein großer Vorteil für Zitzelsberger und die Schnellecke-Beschäftigten war das damals neue „Memorandum of Understanding“ zwischen BMW-Vorstand und Gesamtbetriebsrat: Für Neuausschreibungen von Werkverträgen gilt, dass Kontraktlogistiker auf dem Werksgelände einen Tarifvertrag mit der IG Metall haben müssen. Daran will die IG Metall Landshut anknüpfen und bald auch die anderen Kontraktlogistiker angehen.

„Der Schnellecke-Abschluss ist für uns die ‚Blaupause‘“, erklärt Robert Grashei, erster Bevollmächtigter der IG Metall Landshut. „Das wollen wir nun auch auf die anderen Kontraktlogistiker auf dem BMW-Werksgelände übertragen.“

 

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