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„Wir wollen Tarifverträge für Werkvertragsunternehmen“

„Wir wollen Tarifverträge für Werkvertragsunternehmen“

Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste, erklärt im Interview mit dem Flensburger Tageblatt, welche Folgen der Umbau der Ökostrom-Förderung für die Industrie im Norden hat. Am Ausbau der Windenergie hängen in Norddeutschland über 18.000 Arbeitsplätze. Auch nimmt der Einsatz von Werkverträgen immer stärker zu. Geiken bekräftigt, in den Werkvertragsunternehmen müssten Tarifverträge durchgesetzt werden.

 
Gottwald-Kran im Hafen von Ludwigsburg

© Gottwald Port Technology

 

Die Branche der Offshore-Windenergieanlagen sei im Grunde gut aufgestellt, jedoch fehle Planungssicherheit, kritisiert Meinhard Geiken. Dies wirke sich direkt auf die Beschäftigten der Branche aus: Eine Umfrage unter Betriebsräten der Windbranche habe ergeben, dass bei 17 Unternehmen mit insgesamt 10.000 Beschäftigten in 2013 rund 2.000 Stellen abgebaut wurden und 1.000 akut bedroht sind. Betroffen sei dabei auch der ohnehin schon kriselnde Schiffbau.

Neben der Sicherheit der Arbeitsplätze in der Branche sorgt sich die IG Metall Küste auch um die Qualität der Beschäftigung. „Seitdem wir Leiharbeit stärker reguliert haben, nimmt die Zahl der Werkverträge zu – gerade Missbrauchsfälle müssen aufgedeckt werden.“ Als Beispiel nennt er die Meyer-Werft in Papenburg. Dort hatten Werkvertragsbeschäftigte aus Rumänien unter extrem schlechten Bedingungen gearbeitet. Der Fall war öffentlich geworden, nachdem zwei der Beschäftigten bei einem Brand ihrer Unterkunft ums Leben kamen.

 

Mehr prekäre Arbeitsverhältnisse als erwartet

Unklar sei noch, in welchem Umfang Werkverträge genutzt werden. Wir sind da noch am Anfang und versuchen, uns Klarheit zu verschaffen“, so Geiken. „Fest steht aber: Es gibt mehr prekäre Arbeitsverhältnisse, als wir erwartet haben.“

Im illegalen Einsatz von Werkverträgen wie im Fall der Meyer-Werft sieht Geiken jedoch nur die eine Seite des Missstandes. Die andere sei die Auslagerung von Unternehmensteilen in den 1990er Jahren an kleine Werkvertragsfirmen auf dem Werksgelände. „Weil die Belegschaft erhalten wurde, haben wir dem zugestimmt, es aber versäumt, Tarifbindungen zu vereinbaren. Aus den kleinen Einheiten sind zum Teil große Betriebe geworden. Und da wollen wir jetzt zusätzlich ebenfalls ran und Tarifverträge einführen.“

Es sei nicht vermittelbar, warum Stammbeschäftigte und Werkvertragsnehmer unterschiedlich verdienen, obwohl sie nebeneinander die gleiche Arbeit machen, so Geiken gegenüber dem Flensburger Tageblatt. „Das kann nicht funktionieren.“

 

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