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Bericht Fachtagung Fremdvergabe fair regeln

Neues Gesetz: Was Experten und Praktiker davon halten

Seit April gelten die neuen gesetzlichen Regelungen zur Leiharbeit und zur Vergabe von Werkverträgen. Was dieser neue gesetzliche Rahmen für die betriebliche Praxis bedeutet, haben  rund 180 Betriebsräte bei einer Fachtagung auf Einladung der IG Metall gemeinsam mit Fachexperten und Praktikern erörtert. 

 

 

 

© IG Metall

Diskutieren die Frage "Fremdvergabe fair regeln - aber wie": Jürgen Scholz, Klaus Heimann, Benjamin Pankow, Professor Franz Josef Düwell

 
 

Professor Franz Josef Düwell, ehemals Vorsitzender Richter am Bundesarbeitsgericht, wies dabei auch auf Schwachstellen im Gesetz hin. Demnach darf eine Firma denselben Leiharbeitnehmer nicht länger als 18 Monate einsetzen. Diese Höchstüberlassungsdauer ist allerdings auf den Arbeitnehmer nicht jedoch auf den Arbeitsplatz bezogen. Das heißt: Die Regelung verhindert nur, dass ein und derselbe Leiharbeitnehmer bei einem Entleiher ununterbrochen länger als 18 Monate eingesetzt wird. Werden die 18 Monate durch wenigstens drei Monaten unterbrochen, beginnt die Frist neuem. Der in der Praxis bereits jetzt bekannten "Karrussel-Methode" sei damit auch weiterhin Tür und Tor geöffnet, so die Einschätzung des Experten. Bei dieser Methode wird eine Dauerarbeitsplatz im Wechsel immer wieder mit verschiedenen Leiharbeitern besetzt. 

Jörg Hofmann, Erster Vorsitzender der IG Metall, machte deutlich, dass Auslagerungen mit dem Ziel der Tarifflucht für Arbeitgeber nach wie vor allzu verlockend sind. Denn im Schnitt bedeute das: 20 Prozent weniger Lohnkosten für die Arbeitgeber, längere Arbeitszeiten und weniger Urlaub für die Beschäftigten. Vor diesem Hintergrund machte Hofmann deutlich: Tarifbindung herzustellen bleibt extrem wichtig!“   

 

Zu den Tagungsunterlagen