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Flächentarife für Werkverträge: "Heißes Eisen" für 2014

Flächentarife für Werkverträge: "Heißes Eisen" für 2014

Schweißarbeiten im Metallwerk

© [Powermind: photocase.com]

 

Im gerade begonnenen Jahr 2014 werden Werkverträge im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen. Noch stärker als in den vergangenen Jahren wird die IG Metall das Thema anpacken - dringender Handlungsbedarf besteht weiterhin. Zwar will die neue Regierung gewerkschaftliche Forderungen etwa bei der Leiharbeit umsetzen, doch im Kampf gegen den Missbrauch von Werkverträgen fehlt ihr weiterhin die Tatkraft.

Der erste Schritt wäre, Betriebsräten beim Einsatz von Beschäftigten mit Werkvertrag weitreichende Mitbestimmungsrechte“ einzuräumen, fasst die Rheinische Post die Forderung der IG Metall zusammen. In ihrem Koalitionsvertrag hat die neue Bundesregierung lediglich vereinbart, „die Informations - und Unterrichtungsrechte des Betriebsrats sicherzustellen, zu konkretisieren und verdeckte Arbeitnehmerüberlassung zu sanktionieren“. Dies reiche aber nicht aus, sagte der Erste Vorsitzende Detlef Wetzel der Presse.

„Wir sind auch für industrielle Dienstleistungen zuständig und wollen für diese Beschäftigten anständige Flächenverträge abschließen“, so Wetzel weiter. Entscheidend sei, ob die Dienstleistung zur direkten Wertschöpfungskette etwa in der Metall- und Elektroindustrie gehöre. Für Arbeitnehmer, die dort auf Werkvertragsbasis arbeiten, will sich die IG Metall 2014 für eine tarifliche Absicherung nach dem Prinzip „Ein Betrieb – ein Tarifsystem“ einsetzen.

„Denn anders als bei der Leiharbeit, in der es gesetzliche und tarifliche Regelungen zum Schutz der Arbeitnehmer und einen Mindestlohn gibt, sind Werkverträge bislang kaum reguliert“, fasst der Tagesspiegel zusammen. „Kein Wunder, dass diese Art der Beschäftigung wegen des Verdachts auf Lohndumping in die Kritik geraten ist.“

 

Arbeitgeber: Geforderte Arbeitnehmerrechte „verfassungswidrig“

Auf die Ankündigung reagierte die Arbeitgeberseite prompt mit Empörung. „Wenn ein Missbrauch irgendwo aufgedeckt wird, und sei es auch ein Einzelfall, denken wir sofort über gesetzliche Regelungen nach“, sagte Dieter Hundt, Präsident der Arbeitgebervereinigung im Südwesten, dem SWR. Tatsächliche Missbräuche gehörten „mit aller Schärfe sanktioniert“, eine pauschale Verurteilung sei jedoch ein „Grundfehler“, neue Regelungen unnötig.

Mehr noch: Ein Mitbestimmungsrecht der Belegschaftsvertretung sei Hundts Meinung nach verfassungswidrig, zitiert der SWR weiter. „Das wäre eine Einschränkung der Unternehmerrechte.“ Fakt ist, dass diejenigen Unternehmen, die Werkverträge nicht rechtskonform nutzen, „ein hohes juristisches Risiko tragen, dass sich Werkvertragsbeschäftigte einklagen“, so Detlef Wetzel gegenüber der Presse. Wetzel betonte, dass es darum geht, „Missbrauch und Wegfall von Stammarbeitsplätzen zu verhindern und die Bedingungen für die Werkvertragsbeschäftigten verbessern. Die IG Metall werde Missbrauch aufdecken und betroffene Beschäftigte bei ihren Klagen unterstützen.

Während die Presse in zahlreichen Berichten eine „Konfrontation“ oder einen „Streit“ über „ein heißes Eisen voraussieht, ist es für die IG Metall nur ein notwendiger Schritt, bei den Werkverträgen mehr Druck zu machen, um hier zu den Verbesserungen bei der Leiharbeit aufzuschließen. „Wetzel forderte die Arbeitgeber zum schnellen Abschluss von Tarifverträgen über die industriellen Dienstleistungen auf“, schreibt der Branchendienst haufe.de. Denn „am Ende werde es ohnehin so kommen wie bei der Leiharbeit“.