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INSM-Anzeige

Lobbyarbeit mit Tarifverweigerern: Arbeitgeber laufen Sturm gegen faire Spielregeln

Mit allen Mitteln versucht die Arbeitgeberlobby bessere Regeln für die Vergabe von Werkverträgen zu verhindern. Doch deren Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) hat sich in einer Anzeigenkampagne jetzt selbst verrannt.

 

 
 
 

 

Dutzende Unternehmer machten Mitte Januar öffentlich in ganzseitigen Zeitungsanzeigen Druck auf die Politik. Ihre Parole: „Gute Arbeit nicht durch überflüssige Gesetze zerstören!“ Der große Schönheitsfehler: Allein ein Dutzend Firmen aus dem Zuständigkeitsbereich der IG Metall will im eigenen Unternehmen kaum etwas von guter Arbeit wissen.

 

Viele Unterzeichner verweigern Tarifverträge

Unter die Lupe genommen, enttarnen sich zahlreiche Unterzeichner keineswegs als Garanten „guter Arbeit“: Sie kündigten zu großen Teilen ihren Beschäftigten gegenüber die Tariftreue, bekämpfen Betriebsräte oder ersetzen Stammarbeitsplätze systematisch mit Leiharbeitern. Allein aus dem Zuständigkeitsbereich der IG Metall findet sich unter dem Aufruf gut ein Dutzend solcher Möchtegern-Moralisten.

 

Durchsichtige Desinformation

Die Zeitungsanzeige war nicht der erste Versuch der INSM, die Öffentlichkeit hinters Licht zu führen. Im September 2015 noch versuchte sie, mit einer Desinformationskampagne das geplante Gesetz zur Regulierung von Leiharbeit und Werkverträgen zu verhindern.

Damals hatte die IG Metall Zahlen veröffentlicht, wonach Facharbeiter für die gleiche Arbeit in Werkvertragsfirmen ein 32 Prozent geringeres Entgelt, weniger Urlaub und sonstige Leistungen erhalten.

Die INSM reagierte ihrerseits in einer vierseitigen Zeitungsbeilage und Zeitungsanzeigen: Danach würden Werkvertragsnehmer deutlich mehr als Angestellte verdienen. Die Irreführung dieses Mal: Die INSM führte zum Beweis die Einkommen von Selbstständigen ins Feld – die allerdings nur 1,9 Prozent aller Erwerbstätigen und ausmachen. Das musste selbst die INSM eingestehen …