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Kontraktlogistik Tarifkommission

Kontraktlogistik-Beschäftigte wollen Flächentarifvertrag

Die IG Metall-Mitglieder bei den Kontraktlogistik-Dienstleistern haben eine bundesweite Tarifkommission gebildet. Ihr Ziel: Sie wollen mit den Arbeitgebern einen Flächentarifvertrag aushandeln, der für möglichst alle Kontraktlogistik-Firmen gilt. Dies würde den Billig-Wettbewerb auf Kosten der Beschäftigten in der Branche endlich stoppen.

 

 
 
 

IG Metall und Beschäftigte wollen Flächentarifverträge in der Kontraktlogistik durchsetzen, die Mindeststandards für alle Dienstleister in der Branche setzen. Damit wollen sie den Billig-Wettbewerb stoppen und gerechte Löhne und Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten durchsetzen.

Um die Flächentarifverträge mit den Arbeitgebern auszuhandeln, haben die Kontraktlogistiker jetzt eine bundesweite IG Metall-Tarifkommission gebildet. Dieser Tarifkommission gehören neben Betriebsräten und IG Metall-Vertrauensleuten aus Kontraktlogistik-Betrieben sowie Tarifexperten der IG Metall auch Betriebsräte und Vertrauensleute der Kundenbetriebe (OEMs) an. Der Grund: Die Kundenbetriebe, unter anderem die Automobilhersteller und Stahlerzeuger, spielen eine entscheidende Rolle. Sie vergeben Aufträge über Werkverträge an die Kontraktlogistik-Dienstleister, diktieren dabei die Preise und damit auch das Budget für Löhne und Arbeitsbedingungen. Zudem werden die Werkverträge alle zwei bis vier Jahre neu vergeben. In der Regel erhält der billigste Anbieter den Auftrag.

Die Kontraktlogistik-Dienstleister übernehmen Logistik- und Vormontagearbeiten, häufig auf dem Werksgelände und in den Werkshallen der Kundenbetriebe: vom Wareneingang und -ausgang, über die punktgenaue Versorgung der Montagebänder mit Teilen bis hin zur Vormontage von Rädern, Armaturenbrettern und Achsen. Das sind Arbeiten, die früher von den Stammbeschäftigten der Kundenbetriebe gemacht wurden. In den letzten Jahren sind diese jedoch zunehmend über Werkverträge ausgegliedert worden - in der Regel zu deutlich schlechteren Löhnen und Arbeitsbedingungen.
 

Bereits zahlreiche Haustarife durchgesetzt

Die Arbeitgeberseite hat bereits signalisiert, dass sie mit der IG Metall über Flächentarife verhandeln will. Die Voraussetzung dafür war, dass Beschäftigte und IG Metall in den letzten Monaten Tarifverträge in zahlreichen Kontraktlogistik-Betrieben durchgesetzt haben. Bei Aktionen und Warnstreiks zeigten die Beschäftigten, dass sie innerhalb von Minuten die Produktion des Kundenbetriebs stilllegen können, wenn ihre Zulieferungen am Band ausbleiben.

"Ihr habt die Arbeitgeber richtig gepiekt und ihnen gezeigt, dass Ihr ihnen ökonomisch enorm schaden könnt", erklärte der Erste Vorsitzende Jörg Hofmann auf der IG Metall-Fachtagung Kontraktlogistik am Donnerstag, auf der auch die Tarifkommission erstmals tagte. "Nur deshalb sind sie nun bereit, mit der IG Metall über Flächentarife zu verhandeln."
 

Tarifkommission berät über Ziele und Strategie

Die neue IG Metall-Tarifkommission in der Kontraktlogistik berät nun, wie die künftigen Flächentarifverträge für die Kontraktlogistik aussehen sollen.

"Wir brauchen dringend gleiche Mindestbedingungen für alle Dienstleister", macht Ingolf Meyer, Betriebsrat von Ceva Logistics bei Wolfsburg klar. "Wir haben gerade Haustarife bei zwei Kontraktlogistikern am VW-Standort Wolfsburg durchgesetzt, bei einem dritten sind wir gerade dabei. Doch ab Sommer werden unsere Werkverträge wieder neu ausgeschrieben. Es darf nicht sein, dass uns dann ein Anbieter ohne Tarif unsere Aufträge wegschnappt, weil er einfach billiger ist."

Sobald die Tarifkommission ihre Ziele und Strategie beraten und in den Betrieben rückgekoppelt hat, sollen die Verhandlungen mit den Arbeitgebern zügig beginnen.

Parallel dazu will die IG Metall gemeinsam mit den Beschäftigten bei weiteren Kontraktlogistikern Haustarifverträge durchsetzen, um den Druck für einen guten bundesweiten Flächentarif weiter zu erhöhen.