Menü
Logo: Fokus Werkverträge Logo: IG Metall

Metallarbeitgeber bereit zu tariflicher Regelung von Werkverträgen?

Metallarbeitgeber bereit zu tariflicher Regelung von Werkverträgen?

Wie ernst meinen es die Arbeitgeber in der Metall- und Elektroindustrie? Zuerst erklärte der Bundesverband Gesamtmetall, man wolle mit der IG Metall über eine tarifliche Regelung von Werkverträgen sprechen. Dann folgte die Einschränkung des Regionalverbandes Südwestmetall, der Dialog dürfe nicht zu weit gehen. Nun ist man versucht, sich irgendwo in der Mitte zu treffen. Die IG Metall erwartet Taten.

„Wir suchen eine Friedenslinie mit der IG Metall zum Thema Werkverträge. Da müssen wir uns auf der tariflichen Ebene einigen“, sagte Gesamtmetall-Chef Rainer Dulger jüngst im Interview mit der Stuttgarter Zeitung (StZ). Die IG Metall lasse nicht locker, wenn es um mehr Mitbestimmung geht, und dem Gesprächsbedarf wolle er nun nachkommen, so Dulger weiter.

Das Thema Werkverträge sei „zu komplex“, als dass pauschal der „Gesetzgeber darüber pinseln“ sollte. Schließlich sei jedes Unternehmen anders und ein „ganz modernes Vertragswerk“ müsse her. Ziel sei es, eine Regelung tariflich festzuschreiben, die „viele betriebliche Regelungen zulässt – das ist dann Mitsprache pur“, so der Gesamtmetall-Vorsitzende.

In einer ersten Reaktion äußerte der Erste Vorsitzende der IG Metall, Detlef Wetzel, vorsichtig optimistisch. „Wir begrüßen, wenn nach der Ankündigung auch die Tat folgt“, so Wetzel über Twitter.

 

Die Metallarbeitgeber sind sich selbst uneins

Doch kurz nach der Veröffentlichung des Interviews wurden Dulgers Aussagen vom neuen Chef des Unterverbandes Südwestmetall teilweise zurückgenommen. Man lehne „eine tarifliche Regelung von Werkverträgen strikt ab“, hieß es aus Stuttgart.

Später ergänzte der Südwestmetall-Vorsitzende Stefan Wolf: „Eine tarifliche Ausweitung der Mitbestimmung kommt für uns nicht infrage“. Mehr Mitsprache von Betriebsräten sei in seinen Augen sogar verfassungswidrig. „Die Gewerkschaft müsse sich von der Maximalforderung verabschieden; eine Friedenslinie müsse woanders liegen“, habe Wolf laut Stuttgarter Zeitung weiter gesagt.

Inzwischen bemühen sich Gesamt- und Südwestmetall um Schadensbegrenzung. Südwestmetall-Präsident Wolf erklärte in der StZ, er sei „auch an einer Befriedung des Themas Werkverträge interessiert“. Der Eindruck, man sei dem Gesamtmetall-Chef „in den Rücken gefallen, treffe daher nicht zu. Es sei nur notwendig gewesen, für Klarheit zu sorgen.“

Inwiefern nun tatsächlich Klarheit zwischen den Arbeitgeberverbänden herrscht, bleibt abzuwarten. Die IG Metall ist jedenfalls schon lange zum Dialog bereit.