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Tarifverhandlungen für Logistikbranche gescheitert

Tarifverhandlungen für Logistikbranche gescheitert

Die Verhandlungen über Tarife für die Kontraktlogistik in der Metall- und Elektroindustrie sind gescheitert. IG Metall und Arbeitgeber trennten sich in der vierten Verhandlungsrunde nach rund 16 Stunden ohne Ergebnis. 

 

 
 
 

Knackpunkt bei den Verhandlungen waren die Reichweite der Tarifverträge, die Verbindlichkeit und die Höhe der Entgelte für die Beschäftigten. Hier waren die Arbeitgeber - der Deutsche Speditions- und Logistikverband sowie der Arbeitgeberverband für die Metall- und Elektroindustrie Gesamtmetall - nicht bereit, ein für die IG Metall akzeptables Angebot zu machen.


"Die Blockadehaltung der Logistik- und Metallarbeitgeber zeigt deutlich, dass sie kein Interesse an verlässlichen und fairen Beschäftigungsbedingungen in der Branche haben", kritisiert Jörg Hofmann, Erster Vorsitzender der IG Metall. "Sie setzen weiter auf Tarifflucht, niedrige Löhne und schlechte Arbeitsbedingungen. Das ist kein Zukunftsmodell für diese Branche und ihre Beschäftigten."
 

Verhandlungen zogen sich über fünf Monate hin

Insgesamt fünf Monate lang hatte eine Tarifkommission der IG Metall mit den Logistik- und Metallarbeitgebern verhandelt. In der Tarifkommission waren Beschäftigte aus Betrieben der Kontraktlogistik und der Endhersteller vertreten. Ziel war es, die von der IG Metall in der Kontraktlogistik geschlossenen Firmentarifverträge in einem Flächentarifvertrag zusammenzuführen.

Nach dem Scheitern der Tarifverhandlungen wird die IG Metall ihre bisherige Strategie fortsetzen und weiter Tarifverträge bei einzelnen Kontraktlogistik-Dienstleistern gemeinsam mit den Beschäftigten durchsetzen. Dies ist der IG Metall bereits bei zahlreichen Kontraktlogistikern der Metall- und Elektroindustrie beispielsweise in der Automobilindustrie und der Luft- und Raumfahrtindustrie gelungen.

Die Kontraktlogistik-Dienstleister übernehmen neben klassischen Logistikaufgaben wie Transport weitere Aufgaben wie zum Beispiel Warenhandling, Kommissionierung, Bereitstellung in die Produktion und teilweise auch Montagen oder Bearbeitungsschritte. In den letzten Jahren haben die Metall- und Elektrounternehmen zudem zunehmend Industriearbeit an die Kontraktlogistiker ausgegliedert: die werksinterne Versorgung der Montagebänder mit Teilen. Und immer häufiger auch Montagearbeit.
 

Auseinandersetzungen in einzelnen Betrieben werden weitergehen 

"Die Arbeitgeber haben eine große Chance vertan. Ein Tarifvertrag hätte in dieser Branche für klare, stabile Verhältnisse gesorgt", erklärt Hofmann. "Jetzt werden die Auseinandersetzungen in den Betrieben der Kontraktlogistik weitergehen. Wir werden weiter mit jedem einzelnen Betrieb Verhandlungen aufnehmen. Die Beschäftigten in der industriellen Kontraktlogistikbranche lassen sich nicht mit niedrigen Löhnen und schlechten Arbeitsbedingungen abspeisen. Das haben die bereits in vielen einzelnen Betrieben erzielten tariflichen Regelungen gezeigt."