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Werkverträge bleiben im Fokus der IG Metall

Werkverträge bleiben im Fokus der IG Metall

Detlef Wetzel

© IG Metall

Detlef Wetzel, Erster Vorsitzender der IG Metall

 

In vielen Punkten geht der künftige Koalitionsvertrag in die richtige Richtung. Gegen den Missbrauch von Werkverträgen wäre jedoch mehr drin gewesen, findet Detlef Wetzel, der neue Erste Vorsitzende der IG Metall. Er fordert weiterhin eine Mitbestimmung der Betriebsräte.

Immerhin wird der Handlungsbedarf mittlerweile anerkannt: „Rechtswidrige Vertragskonstruktionen bei Werkverträgen zulasten von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern müssen verhindert werden“, so haben es Union und SPD in den Koalitionsvertrag geschrieben.

Verschärfte Prüfungen und gesicherte „Informations- und Unterrichtungsrechte des Betriebsrats“ sollen dabei helfen, den Missbrauch einzudämmen. Von konkreter Mitbestimmung ist hier jedoch keine Rede.

Zwar haben die beständigen Forderungen der IG Metall dafür gesorgt, dass das Problem in der Fülle der Themen bei den Koalitionsverhandlungen nicht untergegangen ist. Allerdings wären deutlicher gestärkte Rechte der Arbeitnehmervertreter nötig, um eine effektive „Begrenzung des Werkvertragsunwesens“ zu erreichen. So hatte SPD-Chef Sigmar Gabriel die geplante Regulierung noch vor Abschluss der Gespräche in der FAZ genannt.

Dementsprechend erwartet Detlef Wetzel, der Ende November zum Ersten Vorsitzenden der IG Metall gewählt wurde, dass die künftige Regierung über diese ersten Vereinbarungen hinausgeht. „Wenn Betriebsräte bei den Werkverträgen nicht mitbestimmen können, dann haben wir zwar eine gute Regelung bei der Leiharbeit. Aber die Lohndrückerei durch die Arbeitgeber könnte durch das Hintertürchen mittels Werkverträge wieder eingeführt werden“, sagte Wetzel in einem Interview auf igmetall.de.

 

Verbesserungen bei der Leiharbeit sind ein gutes Zeichen

Indes begrüßte Wetzel die für Leiharbeit geplante Begrenzung der Höchstentleihdauer auf 18 Monate und die Festschreibung von Equal Pay nach neun Monaten. „Das sind ganz klar Verbesserungen für die Betroffenen. Aber mir reicht das noch nicht. Die Parteien müssen doch die Interessen aller Beschäftigtengruppen ernstnehmen.“ Also insbesondere auch die derjenigen Arbeitnehmer, die auf Basis von Werkverträgen arbeiten.

Im Großen und Ganzen gebe es „viele positive Ansatzpunkte im Koalitionsvertrag, so Wetzel weiter, „die aber dringend im Gesetzgebungsverfahren begleitet werden müssen und im Einzelfall der fachlichen Ergänzung bedürfen“. Hierfür steht die IG Metall als kompetenter Berater und kritischer Beobachter zur Verfügung – und wird gleichzeitig den Druck auf die Politik aufrechterhalten, damit das Thema auf der Tagesordnung und Werkverträge weiterhin im Fokus bleiben.