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Auslagerungen nicht tatenlos hinnehmen

Detlef Wetzel: "Auslagerungen nicht tatenlos hinnehmen"

Detlef Wetzel, Jörg Hofmann und Jürgen Kerner

Detlef Wetzel, Jörg Hofmann und Jürgen Kerner

 

Beschäftigte in industrienahen Dienstleistungen dürfen nicht schlechter gestellt werden

Die IG Metall nimmt 2015 die Arbeitsbedingungen bei industrienahen Dienstleistern ins Visier. Denn Industriebetriebe lagern immer mehr Aufgaben aus und lassen diese zu Billigkonditionen erledigen. Wir werden nicht tatenlos zusehen, wenn Arbeitgeber vor starken Industriegewerkschaften in für sie günstigere Tarifbereiche flüchten, stellte der Erste Vorsitzende, Detlef Wetzel, bei der Jahrespressekonferenz klar. Beschäftigte in den industrienahen Dienstleistungen der Metall- und Elektroindustrie dürfen nicht anders behandelt werden, weil sich das Firmenlogo oder die Farbe des Arbeitsanzugs geändert hat.

 

Quelle: BMWI, 2014

 

Widerstand gegen Lohndumping

Mitgliedergewinnung, Gründung von Betriebsräten und Herstellung von Tarifbindung in diesen ausgelagerten Teilen der Wertschöpfungskette sind daher zentrale Aufgaben für 2015. Schwerpunkte werden Kontraktlogistiker, Facility Management und Entwicklungsdienstleister sein. Die Arbeitgeber sollen nicht glauben, sie könnten durch Outsourcing widerstandslos Löhne und Arbeitsbedingungen absenken und sich der Zuständigkeit der IG Metall entziehen, betonte Jörg Hofmann, Zweiter Vorsitzender. Die IG Metall hat den Anspruch, nicht nur die Belegschaften in den Stammbetrieben unserer Branchen zu organisieren und deren Interessen zu vertreten, sondern alle Beschäftigten der Wertschöpfungskette. Das galt und gilt für die Leiharbeiter. Dies umfasst auch die industriellen Dienstleister.

Mitbestimmung ausbauen

Ziel der IG Metall ist es, dass industrienahe Tätigkeiten in den Betrieben bleiben. Hierzu bedarf es besserer Informations- und Mitbestimmungsrechte der Betriebsräte. Das ist eine betriebs- und tarifpolitische Herausforderung, so Hofmann. Wir haben diese in vielen Fällen aufgegriffen. So bieten zwischenzeitlich über 30 Ergänzungstarife Schutz vor Ausgliederung und stärken die Mitbestimmungsrechte der Betriebsräte.

Hier ist aber auch der Gesetzgeber gefordert. Wir erwarten, dass die Bundesregierung der beliebigen Abspaltung von Belegschaftsteilen in schlecht bezahlte, oft prekäre Arbeitsverhältnisse ohne Tarifvertrag und Betriebsrat einen Riegel vorschiebt, sagt Hofmann. Deshalb fordert die IG Metall, die Informations- und Mitbestimmungsrechte der Betriebsräte zu stärken.