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Bahn frei für sichere und faire Arbeit

Welttag für menschenwürdige Arbeit 2013

Bahn frei für sichere und faire Arbeit

Hürden vor Ministerium

© IG Metall

 

Während in der Politik um Regierungs- posten geschachert wird, fordert die IG Metall: Leiharbeit und Werkverträge regulieren und einen gesetzlichen Mindestlohn einführen. Wer ins Bundes- arbeitsministerium einziehen will, muss faire und sichere Jobs schaffen - so die Botschaft am Welttag für menschen- würdige Arbeit.

Überall auf der Welt protestieren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer heute am 7. Oktober für menschenwürdige Arbeit - auch hierzulande. Nach der Bundestagswahl prüfen in Deutschland die Parteien in Sondierungsgesprächen die Regierungsbildung. Doch tatsächlich sollte es zuerst um Inhalte statt um Posten gehen. "Prekäre Beschäftigung ist die größte Hürde für eine neue Ordnung auf dem Arbeitsmarkt. Wer in der neuen Regierung Arbeitsministerin oder Arbeitsminister werden möchte, muss sie überspringen und den Weg frei machen für sichere und faire Arbeit", forderte Detlef Wetzel, Zweiter Vorsitzender der IG Metall.

Unsichere und schlecht bezahlte Beschäftigungsverhältnisse haben sich auch im Jahr 2013 weiter verbreitet. Daher ist der "Welttag für menschenwürdige Arbeit" am 7. Oktober 2013 aktueller denn je. Derzeit arbeiten hierzulande rund 6,5 Millionen Beschäftigte zu Niedriglöhnen. 1,4 Millionen davon müssen zusätzlich Sozialleistungen beziehen, damit es zum Leben reicht. Jeder fünfte Beschäftigte verdient weniger als 8,50 Euro in der Stunde. Deutschland hat damit den siebtgrößten Niedriglohnsektor in der Europäischen Union.

 

Politik am Zug

Die IG Metall fordert, dass die künftige Bundesregierung endlich dafür sorgt, dass es auf dem Arbeitsmarkt wieder gerechter zugeht. Sie soll den Weg frei machen für sichere und faire Arbeit. Dass dafür entscheidende Hürden überwunden werden müssen, macht die IG Metall mit ihrer Aktion in Berlin deutlich. Symbolisch baute sie vor dem Bundesarbeitsministerium Hürden auf, die die Probleme verdeutlichen und zeigen, welche Aufgaben auf die neue Regierung zukommen.

 

Den Arbeitsmarkt neu ordnen, heißt für die IG Metall, dass:

  • endlich ein gesetzlicher flächendeckender Mindestlohns in Höhe von 8,50 Euro eingeführt wird,
  • Leiharbeit auf ihre eigentliche Funktion begrenzt wird - als Ausgleich für Auftragsspitzen, bei gleicher Entlohnung wie die Stammbelegschaft und nicht als Vehikel für Niedriglöhne.
  • der Missbrauch von Werkverträgen zum Lohndumping gestoppt wird und
  • sachgrundlose Befristungen bei Arbeitsverträgen abgeschafft werden. Ein Arbeitsvertrag sollte in der Regel unbefristet sein, damit die Menschen Planungssicherheit und Perspektiven erhalten.

 

Mit ihren Forderungen steht die IG Metall nicht allein. Die Mehrheit der Beschäftigten fordert gute, faire und sichere Arbeit, von deren Bezahlung man leben kann. Das ist auch das Ergebnis der Beschäftigungsbefragung, die die IG Metall im Frühjahr 2013 durchgeführt hat. 88 Prozent der Befragten bezeichnen einen unbefristeten Arbeitsvertrag als "sehr wichtig", 83 Prozent halten ein ausreichendes und verlässliches Einkommen für "sehr wichtig". Prekäre Beschäftigung lehnt die Mehrheit strikt ab. Über 90 Prozent der Befragten fordern, dass der Niedriglohnsektor eingedämmt wird. Und 63 Prozent halten das für "sehr wichtig". Dieses Ergebnis macht deutlich, wie aktuell die Forderung nach einer neuen Ordnung auf dem Arbeitsmarkt ist.

 

Sicherheit auf dem Arbeitsmarkt herstellen

Zur Zeit loten die Parteien in Sondierungsgesprächen die Regierungsbildung in Berlin aus. Unabhängig davon wie sie ausgehen - an den Ergebnissen wird die IG Metall die Politik messen. Für die IG Metall geht es nicht um Personen, sondern um Positionen. Die künftige Bundesregierung muss endlich dafür sorgen, dass es auf dem Arbeitsmarkt wieder fair zugeht.

Es muss endlich Schluss sein damit, dass die Unternehmen die Mitbestimmung von Betriebsräten aushebeln, Tarifverträge umgehen und die Kosten zu Lasten der Beschäftigten senken. "Unser Wettbewerbsvorteil sind die gut qualifizierten Beschäftigten und ihre Innovationsfähigkeit. Mit Dumpinglöhnen ist das nicht zu vereinbaren", sagte Detlef Wetzel.