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Gewerkschaftstag

Gewerkschaftstag: Werkverträge bleiben auf der Agende

Der Einsatz gegen den Missbrauch von Werkverträgen bleibt ein zentrales Handlungsfeld der IG Metall. Dies ist ein Ergebnis des 23. Ordentlichen Gewerkschaftstags, auf dem die rund 500 Delegierten die Weichen für die kommenden vier Jahre gestellt haben.

 
 

Die IG Metall wird es nicht hinnehmen, dass mitten in den hochprofitablen Branchen der Metall- und Elektroindustrie ein Niedriglohnsektor entsteht, sagte Jörg Hofmann nach seiner Wahl zum Ersten Vorsitzenden. Er fordert ein Ende der Billig-Strategie.  

Vorrangiges Ziel ist es, die Ausgliederung und Fremdvergabe von Arbeit (Outsourcing) zu verhindern – oder sogar Arbeit wieder hereinzuholen (Insourcing). Ein Weg ist der Abschluss spezieller Dienstleistungstarifverträge für die betroffenen Bereiche. Damit sollen die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten abgesichert werden.

Wenn Ausgliederung, dann nur fair. Dazu sollen die Betriebsräte in den Stammunternehmen Vergaberichtlinien aushandeln, die Mindeststandards für Fremdfirmen definieren: Sie müssen Betriebsräte haben und Arbeitsbedingungen auf dem Niveau der Tarifverträge ihrer Branche garantieren. Ansonsten sollen sie den Werkvertrag nicht bekommen.

 

Dienstleister erschließen

In Fremdfirmen, die keine Betriebsräte und keine Tarifverträge haben, setzt die IG Metall gemeinsam mit den Beschäftigten beides durch. Die IG Metall macht die Erschließung von „industrienahen  Dienstleistungsunternehmen“ – also der Fremdfirmen – zu einem Schwerpunkt der nächsten vier Jahre.

Die industriellen Dienstleister und ihre Arbeitsbedingungen sind sehr unterschiedlich. Daher entwickelt die IG Metall drei branchenspezifische Strategien: Für die industriellen Kontraktlogistiker, die etwa Vormontagearbeiten bei Autoherstellern leisten, soll es möglichst bald einen Branchentarifvertrag geben. Dies ist auch das langfristige Ziel bei den Facility-Services, die interne Dienstleistungen wie die Haustechnik übernehmen.

Bei den Entwicklungsdienstleistern (EDL) hingegen will die IG Metall Tarifverträge auf Unternehmensebene abschließen. Es gibt EDL, die sinnvolle eigenständige Arbeit leisten, zu guten tariflichen Bedingungen. Sie leiden unter Schmutzkonkurrenz durch andere EDL, die hochqualifizierte Arbeit billig anbieten. Das will die IG Metall ändern, indem sie auch dort Tarifverträge und Betriebsräte durchsetzt. 

 

 

Bessere Gesetze

Um den Missbrauch der Werkverträge einzudämmen, fordert die IG Metall auch gesetzliche Regelungen. Insbesondere brauchen Betriebsräte echte Mitbestimmungsrechte bei der Vergabe von Werkverträgen. 

 

Outsourcing und Werkverträge - Leitantrag Gewerkschaftstag 2015